Montag, 29. Dezember 2014

25.12.2014 Laos - Im Sleeper-Bus nach Vieng Phoukha

Wie ein kleines Kind sich auf Weihnachten freut, so freue ich mich auf die kommenden Tage. Ich erwarte Abgeschiedenheit, Ursprünglichkeit, Naturverbundenheit, Lächeln, Lachen und Lebensfreude. Späße, unberührte Natur und wilde Tiere. Neue Eindrücke und Abenteuer. Hohe Erwartungen und zugleich auch ganz geringe. Tolle Fotomotive und lebenslange, tiefe und prägende Erinnerungen. Hoffentlich finde ich einen guten Guide. Glück wären ein bis zwei nette Zufallsbegleiter.
Im Bus von Chiang Mai saßen paar davon. 12 Leute in sieben Stunden kommen sich näher. Zwei liegen mit mir  im Bus. Leider wollen die beiden weiter nach Luang Namtha. Ich steige vorher aus. Er wuchs an der Elfenbeinküste auf und zog mit sieben nach Heidelberg. Mit ihr (halb Thai, mehr deutsch) leben sie in Berlin. Sehr nett und sympathisch. Zwei nette Dänen saßen noch im Minibus und zwei Russen. Der Mittagsstop in einem noblen Ressort war dahingehend schlecht, dass ich nichts zu essen bekam. Die Kellnerin verstand mich nicht und ich sie nicht. Nicht einmal den Mangosaft von der Speisekarte konnte sie mir bringen. Aber ich war sowieso nicht hungrig. Der zweite Stop war dafür genial: am wunderbaren weißen Tempel von Chiang Rai. Leider nur 20 Minuten. Ich war sozusagen der China Tourist, der sich dann die Fotos zu Hause ansehen muss. Aber wunderschön und beeindruckend. Bei der Modernität musste ich an La Sagrada Familia in Barcelona denken. Erbaut seit 1997 und schon schwer beschädigt beim Erdbeben 2014. Davon war aber nicht viel zu sehen.
Der Grenzübertritt nach Laos war unkompliziert. 30US $ +1$ Überstundenzuschlag. 25 Baht für die Busfahrt über die neue Brücke der Freundschaft über den Mekong. Ich tauschte 20.000 Baht in 440000 Kip und am Geldautomaten bekam ich dann noch eine Million Kip, das Maximum. Unser Bus fuhr 18 Uhr los. Alles klappte bisher reibungslos. Der Bus scheint okay zu sein. Licht geht und sogar das Armaturenbrett funktioniert. Es ist wieder Rechtsverkehr. Beruhigend. Auch wenn wir manchmal am Berg langsam kriechend Lkw überholen, ohne dass man sieht, was nach der Kurve kommt. Inzwischen ist es 19 Uhr und dunkel. Ich hoffe, noch eine Übernachtung zu finden, falls ich erst 21 Uhr ankomme.

Ich habe einen einfachen Bambusbugalow mit kalter Dusche und Toilette für weniger als 5 Euro die Nacht. Ein Südtiroler Pärchen und ein Mädel aus Münster saßen in einem Straßencafe, die mir gegen 20.30 Uhr den Weg zu den Bungalows zeigten. Leider wollen die drei morgen weiter reisen. Für sie ist das nur ein Zwischenstopp, statt in Huang Xai zu schlafen. Wie hatten beim Abendbrot (für mich gab es Akha fried rice und Kartoffelchips und Beerlao) noch schön miteinander gequatscht. Die Südtiroler sind 4 Monate unterwegs, das Mädel aus Münster glaube 8 Wochen. Sie hatte vor 3 Jahren in Bangkok 8 Monate gelebt und war damals auch schon in Laos.  Auch alles interessante Leute. Ich denke, Laos wird spannend...