Mittwoch, 31. Dezember 2014

31.12.2014 Nong Khiao

Der furchtbare Bustrip hat sich gelohnt. So richtig wusste ich ja nicht, was mich erwartet. Erst einmal nach dem Treffen 8 Uhr am Office der Reiseagentur eine kleine schlechte Nachricht: kein VIP Minibus sondern ein größerer mit 25 Plätzen. Der war dann aber auch okay und kein local bus. Der Nachteil ist, dass man sich in einem kleinen Bus recht schnell näher kommt. Immerhin waren wir 6.5 Stunden unterwegs. Der erste Teil Bis Oudum Xay war auf einer ganz guten Straße. Danach war lange eine staubige Piste, so dass man manchmal NICHT mehr sah. Die Luft war entsprechend schlecht. Eine halbe Stunde hat eine Straßensperrung gedauert. Die Chinesen bauen dort die Straße in ziemlich steilem Gelände. Beim nächsten schweren Regen kann das alles nur wieder ins Tal rutschen. Die ganze Strecke war grün und bergig. Siedlungen gab es fast nur an der Straße. Dort an den staubigen Straßen waren die grasgedeckten Holz- und Bambushütten von rotem staubigen Lehm bedeckt. Eigentlich nicht auszuhalten. Jedes Auto wirbelt säckeweise den Staub wieder in die Luft.
Ich hatte einen ausgeklappten Notsitz im Gang und sehr viel Platz für meine Beine, da ich direkt am Eingang saß. In Pak Mong war ich der einzige, der ausstieg. Ein gutes Zeichen. Alle anderen fuhren weiter nach Luang Prabang. Ich musste dann aber leider fast eine Stunde warten, ehe ich mich entschied, den Bus allein zu chartern für 100000Kip. Außer mir wollte keiner hierher nach Nong Khiao. Ich kam so aber noch in der Abenddämmerung in diesem traumhaften Ort an. Der kleine Minibus hoppelte mit defekten Stoßdämpfern nur sehr langsam über die huckelige Straße. Und dann diese Überraschung hier: steile hohe Berge grün bis in die hohen Gipfel säumen den Ort und den malerischen Fluß. Ich denke, ich breche morgen zur nächsten Trecking Tour für drei Tage auf. Es geht durch die traumhafte Gegend zu den Hmong und Khmu. Hier tragen sie angeblich noch traditionelle Tracht. Das klingt gut. Der Treck kostet etwas mehr als der letzte - aber 30 Euro am Tag für alles ist nicht viel.
Ich habe ein schönes Zimmer mit warmer Dusche am Hochufer des Flusses mit Blick nach Westen über den Fluss, die Berge und den Ort.
Mir gefällt die Atmosphäre besser als in Nam Tha. Die Reisenden wirken auf Anhieb anders. Kein Goa-Flair. Bisher jedenfalls. Habe nach meiner Ankunft etwas im letzten Licht geknipst, dann geduscht und bin einmal durch den kleinen Ort gelaufen. Jetzt sitze ich in einer coolen Kneipe mit genau meiner Musik: John Lennon und andere herrliche Songs, die ich im Moment nicht zuordnen kann. Ruhig, relaxt und leise genug, dass man die Geräusche der Nacht noch hören kann. Fahrzeuge kommen kaum noch vorbei - meist nur Mopeds.
Ich sitze neben der Trecking Agentur beim Bier und warte auch,  ob vielleicht noch der vierte Teilnehmer sich für morgen anmeldet. 

Nun habe ich das auch so fest gemacht mit dem Trecking - morgen 9.30 Uhr geht es los. Wenn ihr zu Hause verkatert und noch besoffen das neue Jahr schon einmal schlecht beginnt :)